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Kündigungsfrist der Zusatzversicherung (VVG) in der Schweiz

Die genaue Kündigungsfrist Ihrer Zusatzversicherung (VVG) zu kennen, verhindert eine automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr. So funktionieren Frist und massgebliches Datum.

Von Équipe JA Technology ·

Offizieller Behördenbrief auf einem Schreibtisch
Illustration: Ihr Kündigungsrecht in der Schweiz, einfach erklärt.Photo : Gustave.iii · CC BY-SA 4.0

Was das VVG zur Kündigungsfrist sagt

Die Zusatzversicherung untersteht dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG), einem privatrechtlichen Regime, das von der Grundversicherung (KVG) getrennt ist. Anders als bei der Grundversicherung, deren Kündigungsregeln gesetzlich einheitlich festgelegt sind, hängt die Zusatzversicherung weitgehend von den Allgemeinen Vertragsbedingungen (AVB) ab.

Die meisten VVG-Verträge sehen eine Frist vor – oft drei Monate vor Ablauf – und einen Ablauf zum Ende des Kalenderjahres. Eine Kündigung auf den 31. Dezember muss also in der Regel vor Ende September bei der Versicherung eintreffen. Prüfen Sie stets die genaue Klausel in Ihren Bedingungen, denn sie ist massgebend.

Massgebliches Datum: Versand oder Eingang?

Das ist eine der häufigsten Fallen. Bei den meisten Zusatzversicherungen zählt das Eingangsdatum bei der Versicherung, nicht das Versanddatum gemäss Poststempel. Ein am letzten Tag der Frist abgeschicktes, aber erst am Folgetag eingegangenes Schreiben kann daher als verspätet gelten.

Um Streit zu vermeiden, senden Sie Ihre Kündigung früh genug und bevorzugt mit Nachweis (Einschreiben oder Tracking). Bewahren Sie die Quittung auf: Sie ist im Streitfall Ihr bester Schutz.

Wie viel Reserve einplanen?

Ein bis zwei Wochen Reserve vor der Frist sind sinnvoll. Sie fangen Postlaufzeiten und Feiertage auf. Nähern Sie sich dem Ablauf, zögern Sie nicht: Ein Tag Verspätung kann die Kündigung um ein ganzes Jahr verschieben.

Sonderfälle, die die Frist ändern

Bestimmte Ereignisse eröffnen ein ausserordentliches Kündigungsrecht, unabhängig vom Jahresablauf. Typisch ist dies nach einer Prämienerhöhung, die nicht durch eine Leistungsänderung gerechtfertigt ist, oder nach einem Schadenfall – je nach Vertragsbedingungen. Diese Rechte gelten mit kurzen Fristen (oft wenige Wochen) ab Mitteilung.

Mehrjahresverträge sind ein weiterer Fall: Manche Zusatzversicherungen werden für mehrere Jahre abgeschlossen, was die ordentliche Kündigung vor Ablauf einschränkt. Lesen Sie auch hier Ihre AVB und ermitteln Sie die Vertragsdauer, bevor Sie handeln.

Eine gültige Kündigung verfassen

Eine wirksame Kündigung nennt Name, Vorname, Adresse, Vertrags- oder Policennummer, die Versicherung als Empfängerin, die betroffene Sparte (Zusatzversicherung) und das gewünschte Wirkungsdatum. Eine klare Formulierung wie «Ich kündige meinen Vertrag auf den Ablauf» genügt; eine ordentliche Kündigung muss nicht begründet werden.

Unser Tool erstellt für Sie ein konformes Schreiben als PDF zum Download. Den Versand bestimmen Sie selbst und wählen die zur Frist passende Versandart.

Gut zu wissen

Die Frist zählt ab Eingang Ihres Schreibens bei der Versicherung, nicht ab Versand. Planen Sie Reserve ein und bewahren Sie einen Sendenachweis auf.

Häufige Fragen

Kann ich meine Zusatzversicherung jederzeit kündigen?
In der Regel nicht: Die Zusatzversicherung (VVG) folgt dem in Ihren AVB vorgesehenen Ablauf und der Frist. Ausserordentliche Rechte bestehen jedoch nach einer Prämienerhöhung oder einem Schadenfall, je nach Vertrag.
Zählt der Versand oder der Eingang?
Bei den meisten Verträgen ist der Eingang bei der Versicherung massgebend. Senden Sie Ihr Schreiben früh und mit Nachweis.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Der Vertrag verlängert sich in der Regel um ein weiteres Jahr. Sie können zum nächsten Ablauf erneut kündigen, sofern nicht zwischenzeitlich ein ausserordentliches Recht besteht.

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