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VVG-Zusatzversicherung kündigen und die KVG-Grundversicherung beim selben Versicherer behalten
Ja, Sie können Ihre Zusatzversicherung kündigen und die Grundversicherung beim selben Versicherer behalten. Entscheidend ist, die Kündigung so zu formulieren, dass nicht versehentlich auch der KVG-Vertrag endet.
Von Équipe JA Technology ·

Zwei Verträge, eine Police: der entscheidende Unterschied
Viele Versicherte glauben, bei ihrer Kasse «einen Vertrag» zu haben. Tatsächlich beruhen die obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG) und die Zusatzdeckungen (VVG) auf zwei unterschiedlichen Rechtsordnungen und werden von zwei rechtlich getrennten Einheiten geführt, selbst wenn ein einziges Unternehmen sie unter demselben Namen anbietet. Genau diese Trennung erlaubt es, die Zusatzversicherung zu kündigen, ohne die Grundversicherung anzutasten.
Konkret können Sie eine zu teuer gewordene oder nicht mehr benötigte VVG-Deckung streichen und für die Grundversicherung bei derselben Kasse versichert bleiben. Das Gesetz zwingt Sie nie, alles im Block zu verlassen. Das Risiko liegt nicht im Recht, sondern in der Formulierung: Ein zu vage abgefasstes Schreiben kann von der Verwaltung als vollständige Kündigung ausgelegt werden.
VVG-Frist und KVG-Termin: zwei Kalender, die man nicht verwechseln darf
Für die Grundversicherung ist der Termin gesetzlich geregelt: Mit einer Kündigungsfrist von einem Monat können Sie auf den 31. Dezember die Kasse wechseln, wobei das Schreiben spätestens Ende November beim Versicherer eintreffen muss. Hier wechseln Sie die Grundversicherung jedoch nicht, sondern behalten sie. Für die KVG müssen Sie also nichts unternehmen.
### Die Bedingungen der Zusatzversicherung prüfen Die VVG richtet sich nach den allgemeinen Bedingungen des unterzeichneten Vertrags. Kündigungsfrist (oft drei Monate), Mindestvertragsdauer, Ablaufdatum und Klauseln zur stillschweigenden Verlängerung unterscheiden sich je nach Produkt. Lesen Sie Ihre allgemeinen Bedingungen erneut: Dieses Dokument, nicht die KVG-Regel, legt die einzuhaltende Frist für die Beendigung Ihrer Zusatzversicherung fest.
Das Schreiben so verfassen, dass keine Gesamtkündigung ausgelöst wird
Der häufigste Fallstrick besteht darin, «ich kündige meine Versicherung» zu schreiben, ohne anzugeben, welche. Erreicht dieser mehrdeutige Satz das Back-Office, kann er zur Beendigung beider Verträge führen, die Grundversicherung eingeschlossen. Dann drohen Sie ohne obligatorische Versicherung dazustehen, was in der Schweiz unzulässig ist und eine Zwangszuweisung auslöst, mitunter zu einer teureren Kasse.
### Die unverzichtbaren Angaben Ihr Schreiben muss die Policen- oder Vertragsnummer der allein betroffenen Zusatzversicherung nennen, das gekündigte VVG-Produkt genau bezeichnen und ausdrücklich festhalten: «Die KVG-Grundversicherung wird bei Ihrem Unternehmen ausdrücklich beibehalten.» Datieren, unterschreiben und vorzugsweise per Einschreiben versenden, um bei einem Streit über die Frist über einen Zustellnachweis zu verfügen.
Vor dem Abschluss eine schriftliche Bestätigung verlangen
Eine Kündigung ist erst sicher, wenn der Versicherer sie schriftlich bestätigt hat. Verlangen Sie ausdrücklich eine Bescheinigung mit dem Enddatum der Zusatzversicherung und der Bestätigung, dass die Grundversicherung aktiv bleibt. Solange dieses Dokument nicht vorliegt, setzen Sie nichts voraus: Ein Erfassungsfehler bleibt möglich und lässt sich sofort leichter korrigieren als nach mehreren Monaten.
Prüfen Sie anschliessend Ihre erste Rechnung nach dem Inkrafttreten. Die Prämie darf die gekündigte Zusatzversicherung nicht mehr enthalten, die Grundversicherung jedoch weiterhin abdecken. Bei Abweichungen kontaktieren Sie die Kasse umgehend, das Bestätigungsschreiben zur Hand. Bewahren Sie sämtliche Korrespondenz auf: Sie ist Ihr einziger Schutz, falls die verrechnete Deckung nicht dem Vereinbarten entspricht.
Wann der Verzicht auf die Zusatzversicherung sinnvoll ist (und wann nicht)
Die Kündigung einer VVG kann das Budget spürbar entlasten; die Prämiensenkung liegt je nach Umfang der gestrichenen Leistungen oft zwischen 10 und 25 Prozent. Sinnvoll ist sie, wenn sich Deckungen überschneiden, nicht mehr genutzt werden oder die Leistungen ihre Kosten nicht mehr rechtfertigen. Listen Sie vor der Unterschrift die Risiken auf, die tatsächlich auf Sie übergehen.
### Der Wiedereintritt ist nie garantiert Anders als bei der Grundversicherung, wo der Versicherer Sie nicht ablehnen darf, unterliegt die Zusatzversicherung dem Privatrecht: Der Versicherer kann eine Neuaufnahme verweigern, einen Gesundheitsfragebogen verlangen oder Vorbehalte anbringen. Eine mit 30 Jahren gekündigte Deckung kann später nur schwer oder gar nicht wiedererlangt werden. Verzichten Sie erst auf einen Schutz, wenn Sie diesen Sperreffekt bedacht haben.
★ Gut zu wissen
Grundversicherung (KVG) und Zusatzversicherung (VVG) sind zwei rechtlich getrennte Verträge, auch wenn sie auf einer Police zusammengefasst sind. Die Kündigung des einen beendet den anderen nicht, sofern Sie dies schriftlich festhalten. Nennen Sie die betroffene Zusatzvertragsnummer, schreiben Sie ausdrücklich, dass die Grundversicherung bestehen bleibt, und verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung der Kasse, bevor Sie den Vorgang als abgeschlossen betrachten.
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Häufige Fragen
Kann ich die KVG-Grundversicherung wirklich behalten und nur die Zusatzversicherung kündigen?
Welche Frist muss ich für die Kündigung meiner Zusatzversicherung einhalten?
Was tun, wenn die Kasse versehentlich auch meine Grundversicherung gekündigt hat?
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