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Diabetischer Fuss: orthopadische Einlagen und Podologie - was zahlt die KVG und wo hilft eine VVG?

Zwischen massgefertigten Einlagen und regelmassiger Fusspflege verursacht der diabetische Fuss dauerhafte Kosten. Hier erfahren Sie, was die Grundversicherung ubernimmt und welchen Nutzen eine gezielte ambulante Zusatzversicherung bietet.

Von Équipe JA Technology ·

Patient mit einem Betreuungsteam
Illustration: Ihr Kündigungsrecht in der Schweiz, einfach erklärt.Photo : Mennonite Church USA Archives · No restrictions

Was die KVG beim diabetischen Fuss wirklich deckt

Diabetes fuhrt zu Neuropathie und Durchblutungsstorungen, die den Fuss schwachen und das Wundrisiko erhohen. Die KVG ubernimmt podologische Leistungen, wenn sie medizinisch indiziert sind, also von einem Arzt im Rahmen einer nachgewiesenen Schadigung des diabetischen Fusses verordnet werden. Die Behandlung muss von einer anerkannten Fachperson durchgefuhrt werden und der Vorbeugung oder Behandlung von Lasionen dienen. Ohne Verordnung bleibt eine reine Komfortpflege zu Ihren Lasten.

### Das Hilfsmittel Orthopadische Einlagen stehen auf der Liste der von der Grundversicherung erstattungsfahigen Hilfsmittel, innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzen. Die Erstattung setzt eine medizinische Indikation voraus und halt einen pro Hilfsmittel festgelegten Hochstbetrag ein. Uber diese Obergrenze hinaus oder fur aufwendigere Modelle tragen Sie die Differenz selbst. Die gewahlte Franchise und der Selbstbehalt von 10 %, fur Erwachsene auf 700 CHF pro Jahr begrenzt, gelten ebenfalls fur diese Leistungen.

Die Grenzen der Grundversicherung im Alltag

In der Praxis entgehen mehrere Kosten des diabetischen Fusses der Grundversicherung. Rein vorbeugende Fusspflege ohne Verordnung und ohne bestehende Lasion wird nicht erstattet. Hochwertige Einlagen, orthopadische Komfortschuhe oder eine engmaschige Betreuung, die uber die Kriterien der Liste hinausgeht, hinterlassen einen Selbstkostenanteil. Hinzu kommt der ubliche Mechanismus: Solange die jahrliche Franchise nicht erreicht ist, zahlen Sie die Leistungen selbst, danach greift der Selbstbehalt von 10 %.

### Eine Summe kleiner Kosten Einzeln betrachtet wirken diese Betrage bescheiden. Doch bei einer diabetischen Person wiederholen sie sich: regelmassiger Ersatz der Einlagen, mehrere Podologie-Sitzungen pro Jahr, Anpassung des Schuhwerks. Uber die Zeit wird die Summe erheblich. Genau diesen Bereich zwischen dem, was die Grundversicherung anerkennt, und dem realen Bedarf der Betreuung beleuchtet eine ambulante Zusatzversicherung. Deren genauen Umfang sollten Sie jedoch vor Abschluss verstehen.

Der Nutzen einer gezielten ambulanten VVG

Die VVG (Zusatzversicherung nach VVG) greift dort, wo die Grundversicherung endet. Eine gut gewahlte ambulante Zusatzversicherung kann sich an Hilfsmitteln uber die gesetzliche Obergrenze hinaus, an nicht gedeckter Podologie oder an Praventionsleistungen beteiligen. Je nach Produkt wird die Ubernahme oft als Prozentsatz der Kosten ausgedruckt, mit einem jahrlichen Hochstbetrag. Ziel ist nicht die volle Erstattung, sondern die Senkung des wiederkehrenden Selbstkostenanteils, je nach Vertrag teils um 20 bis 50 %.

### Der richtige Reflex: vorausschauen Anders als die KVG darf der VVG-Versicherer Gesundheitsfragen stellen und den Schutz bei bereits bestehender Erkrankung ablehnen oder einschranken. Ein bekannter, vor allem komplizierter Diabetes kann zu einem Vorbehalt oder Ausschluss am Fuss fuhren. Daher ist ein fruher Abschluss vor der Verschlechterung wichtig. Der Vergleich von Bedingungen, jahrlichen Hochstbetragen und moglichen Vorbehalten ist unerlasslich: Zwei Vertrage mit ahnlichem Prozentsatz konnen beim diabetischen Fuss sehr unterschiedlichen Schutz bieten.

Vergleichen, dann klug kundigen

Deckt Ihre aktuelle Zusatzversicherung Podologie oder Hilfsmittel schlecht ab, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Achtung jedoch: Die Kundigungslogik unterscheidet sich zwischen Grund- und Zusatzversicherung. Bei der KVG-Grundversicherung betragt die Frist einen Monat zum 31. Dezember, das Schreiben muss bis Ende November eintreffen. Bei einer VVG hangen Laufzeit und Kundigungsbedingungen vom Vertrag ab und konnen langer sein.

### Nicht blind kundigen Die klassische Falle besteht darin, eine gute Zusatzversicherung zu kundigen, bevor die Annahme eines neuen Vertrags vorliegt. Bei bekanntem Diabetes ist nicht garantiert, dass der neue Versicherer den Fuss zu denselben Bedingungen ubernimmt. Die Vorsichtsregel: Kundigen Sie eine bestehende VVG nie, solange der neue Schutz nicht schriftlich bestatigt ist, inklusive Vorbehalte. Bewahren Sie eine durchgehende Absicherung, gerade bei einem chronischen Risiko wie dem diabetischen Fuss.

Eine stimmige Deckung uber die Zeit aufbauen

Eine wirksame Strategie verbindet drei Hebel. Erstens die Nutzung der Grundversicherung optimieren: prufen, dass Verordnungen fur Podologie und Hilfsmittel korrekt erstellt und eingereicht sind. Zweitens eine Franchise wahlen, die zu Ihrem tatsachlichen Behandlungsbedarf passt; ein eng betreuter diabetischer Fuss verursacht oft regelmassige Kosten. Drittens mit einer ambulanten VVG erganzen, deren Leistungen genau Ihrem Bedarf an Podologie und Orthopadie entsprechen.

### Eine sinnvolle jahrliche Uberprufung Der Bedarf verandert sich mit der Krankheit. Eine jahrliche Uberprufung Ihrer Deckung, idealerweise im Herbst vor dem Stichtag im November, erlaubt, die Franchise anzupassen und zu prufen, ob die Zusatzversicherung Ihre Ausgaben noch deckt. Es geht nicht darum, jedes Jahr zu wechseln, sondern den Schutz an Ihrer medizinischen Realitat auszurichten. Bei einem chronischen Risiko zahlen Stabilitat und Verstandlichkeit des Vertrags oft mehr als eine einmalige Pramienersparnis.

Gut zu wissen

Die KVG ubernimmt die podologische Behandlung des diabetischen Fusses nur auf arztliche Verordnung, bei nachgewiesener Schadigung oder hohem Lasionsrisiko. Orthopadische Einlagen stehen auf der Liste der Hilfsmittel, mit einem maximalen Erstattungsbetrag und strengen Bedingungen. Eine ambulante VVG kann die Restkosten auffangen, jedoch nur, wenn sie vor der Verschlechterung abgeschlossen wird: planen Sie Ihren Schutz rechtzeitig.

Häufige Fragen

Wird die Podologie beim diabetischen Fuss von der KVG erstattet?
Ja, aber unter Bedingungen. Die KVG ubernimmt die podologische Behandlung des diabetischen Fusses, wenn sie von einem Arzt im Rahmen einer nachgewiesenen Schadigung oder eines hohen Lasionsrisikos verordnet und von einer anerkannten Fachperson durchgefuhrt wird. Rein vorbeugende oder Komfortpflege ohne Verordnung und medizinische Indikation bleibt zu Ihren Lasten. Franchise und Selbstbehalt gelten normal.
Kann eine VVG die Deckung meines Fusses ablehnen, wenn ich bereits Diabetes habe?
Ja. Anders als die Grundversicherung darf der VVG-Versicherer Gesundheitsfragen stellen und je nach Vorgeschichte einen Vorbehalt aussprechen oder den diabetischen Fuss ausschliessen. Deshalb ist ein fruher Abschluss vor jeder Verschlechterung ratsam. Wird ein Vorbehalt gesetzt, fragen Sie vor der Unterschrift nach Dauer und genauem Umfang und vergleichen Sie mehrere Angebote.
Kann ich meine Zusatzversicherung kundigen, um eine bessere zu finden?
Ja, aber vorsichtig. Die Kundigungsbedingungen einer VVG hangen vom Vertrag ab und konnen eine langere Frist als die Grundversicherung vorsehen. Vor allem: Kundigen Sie Ihre aktuelle Zusatzversicherung nie, bevor die Annahme des neuen Versicherers schriftlich vorliegt, inklusive Vorbehalte. Bei bekanntem Diabetes ist eine Ubernahme zu denselben Bedingungen nicht garantiert. Bewahren Sie eine durchgehende Deckung bei diesem chronischen Risiko.

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