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Betreuung der Eltern zu Hause: Wo die KVG-Grundversicherung endet und die VVG-Zusatzversicherung übernimmt
Haushaltshilfe, Einkäufe, beruhigende Präsenz: Eine Familie erfährt, dass die Grundversicherung nicht alles deckt. So finanzieren VVG-Zusatzversicherungen den Alltag zu Hause und so vergleichen Sie ihre Höchstgrenzen.
Von Équipe JA Technology ·

Der Auslöser: Den Alltag eines Elternteils organisieren, der zu Hause bleiben möchte
Äussert ein betagter Elternteil den Wunsch, in der eigenen Wohnung zu bleiben, wird die Familie häufig zur improvisierten Koordinationsstelle. Zwischen Pflegebesuchen, Unterstützung bei der Körperpflege, Mahlzeiten und Haushalt übersteigt der tatsächliche Bedarf rasch den rein medizinischen Rahmen. Genau in diesem Moment merken viele Angehörige, dass die Grundversicherung nicht als Pauschale für die häusliche Betreuung funktioniert, sondern als gezielte Deckung der verordneten Pflege.
Die Unterscheidung ist fein, aber entscheidend. Die KVG denkt in ärztlich und pflegerisch verordneten Leistungen, während der Alltag einer betagten Person zahlreiche nichtmedizinische Betreuungsaufgaben umfasst. Wer diese Grenze von Anfang an versteht, kann die privaten Kosten vorausplanen und vermeidet die böse Überraschung einer monatlichen Rechnung für Haushaltshilfe, die vollständig zulasten des Haushalts geht.
Was die KVG bei der Spitex-Pflege tatsächlich deckt
Spitex-Organisationen, öffentlich oder privat, erbringen zwei grosse Leistungsgruppen. Die erste umfasst die Pflege im Sinne der KVG: Bedarfsabklärung, Grundpflege wie Hilfe bei der Körperpflege oder beim Ankleiden im Zusammenhang mit einer Krankheit sowie Behandlungspflege wie das Verabreichen von Medikamenten, Injektionen oder Verbände. Sind diese Leistungen ärztlich verordnet, übernimmt sie die obligatorische Versicherung, vorbehältlich Franchise und Selbstbehalt.
### Selbstbehalt und Franchise gelten auch zu Hause Auch wenn sie erstattet werden, sind diese Leistungen für den Haushalt nicht kostenlos. Die versicherte Person trägt zuerst ihre jährliche Franchise, danach den Selbstbehalt von 10 %, begrenzt auf 700 CHF pro Jahr für Erwachsene. Bei einer betagten Person mit täglichen Besuchen wird diese Höchstgrenze in der Regel erreicht, doch sie begrenzt immerhin die finanzielle Belastung beim streng medizinischen Teil der häuslichen Pflege.
Der blinde Fleck: Haushaltshilfe, Einkäufe und nichtmedizinische Präsenz
Hier stösst die Familie an die eigentliche Grenze. Haushalt, Wäsche, Zubereitung von Mahlzeiten, Einkäufe, Begleitung zu Terminen oder die einfache beruhigende Präsenz sind keine Pflege im Sinne der KVG. Die Grundversicherung erstattet sie nicht, auch wenn die betagte Person sie offensichtlich braucht, um sicher zu Hause zu bleiben. Diese Leistungen werden stundenweise verrechnet und machen oft den grössten Teil des Budgets für die häusliche Betreuung aus.
Je nach Kanton und Gemeinde gibt es Hilfen: Ergänzungsleistungen zur AHV, kommunale Beiträge oder Sozialtarife der öffentlichen Spitex können die Rechnung entlasten. Diese Angebote sind jedoch an Einkommensgrenzen geknüpft und decken nie alles ab. Für Haushalte, die über den Schwellen liegen, wird die private Finanzierung zur Regel, und genau hier kommen VVG-Zusatzversicherungen als Alternative oder Ergänzung ins Spiel.
VVG-Zusatzversicherungen, die die häusliche Betreuung finanzieren
Mehrere Versicherer bieten VVG-Zusatzversicherungen an, die Hilfe und Pflege zu Hause über die KVG hinaus abdecken. Je nach Produkt beteiligen sie sich an Stunden für Haushaltshilfe, an nichtmedizinischer Begleitung oder sogar an Leistungen privater Spitex, die von der Grundversicherung nicht übernommen werden. Wie bei jeder VVG-Versicherung setzt der Beitritt eine Annahme durch den Versicherer voraus, oft mit Gesundheitsfragebogen und möglichen Vorbehalten: Ein Abschluss vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit ist daher empfehlenswert.
### Die Höchstgrenzen vor der Unterschrift prüfen Entscheidend ist nicht das Bestehen der Garantie, sondern deren Höchstgrenze und Bedingungen. Eine Zusatzversicherung kann eine maximale Stundenzahl pro Jahr, einen jährlichen Gesamtbetrag oder einen Prozentsatz der Kosten vorsehen, manchmal an einen vorgängigen Spitalaufenthalt gebunden. Der Vergleich dieser Höchstgrenzen, Ausschlüsse und Wartefristen ist unerlässlich: Zwei ähnlich formulierte Verträge können über die Zeit sehr unterschiedliche Leistungsniveaus bieten.
Vergleichen, anpassen und kündigen ohne Hast
Bevor Sie den Versicherungsschutz der Familie ändern, erstellen Sie eine Bestandsaufnahme des tatsächlichen Bedarfs: Umfang der Haushaltshilfe, Häufigkeit der Besuche, voraussichtliche Entwicklung der Selbstständigkeit. Stellen Sie dem die bestehenden Zusatzversicherungen des Angehörigen, ihre Höchstgrenzen und Ausschlüsse gegenüber. Der Abschluss einer VVG für die häusliche Betreuung kann je nach Profil die monatliche Restbelastung um 10 bis 25 % senken gegenüber einer vollständig privaten Finanzierung, sofern das Produkt wirklich zum Bedarf passt.
### Den Kündigungskalender einhalten Für die Grundversicherung gelten strenge Regeln: Kündigungsfrist von einem Monat und Termin Ende November für einen Wechsel auf den 1. Januar. Die VVG-Zusatzversicherungen folgen eigenen, oft mehrjährigen Vertragsbedingungen. Kündigen Sie nie eine nützliche Deckung, bevor Sie die schriftliche Annahme des neuen Versicherers haben: Eine betagte Person riskiert sonst, ohne Zusatzversicherung dazustehen, da Alter und Gesundheitszustand einen Neuabschluss erschweren.
★ Gut zu wissen
Die KVG erstattet ärztlich verordnete Spitex-Pflege (Körperpflege, Medikamente, Verbände), nicht aber Haushaltshilfe, Einkäufe oder nichtmedizinische Präsenz. Diese Leistungen fallen unter VVG-Zusatzversicherungen für die Betreuung zu Hause, mit jährlichen Höchstgrenzen und je nach Versicherer sehr unterschiedlichen Bedingungen. Ein Vergleich dieser Höchstgrenzen vor dem hohen Alter der Angehörigen verhindert, dass private Kosten und unnötige Prämien zusammenkommen.
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Häufige Fragen
Erstattet die KVG die Haushaltshilfe für ein betagtes Elternteil?
Welche Zusatzversicherung für nichtmedizinische Spitex wählen?
Sollte man die alte Zusatzversicherung vor Abschluss einer neuen kündigen?
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