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Grundversicherungsmodell: Hausarzt, HMO oder Telmed, um Ihre Prämie zu senken?
Sie schwanken zwischen dem Standardmodell und einem alternativen Modell, um Ihre KVG-Prämie zu senken, ohne bei der Behandlungsqualität zu verlieren? Ein Praxisfall hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Von Équipe JA Technology ·

Der Fall von Frau Roux: vier Modelle, eine einzige Deckung
Frau Roux, 34 Jahre, gesund und selten krank, zahlt das Standardmodell der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. In diesem Modell konsultiert sie frei jeden Arzt oder Spezialisten, ohne sich an eine feste Ansprechperson zu wenden. Diese völlige Freiheit ist am teuersten: Sie bildet die Referenzprämie, auf die sich die Rabatte der anderen Modelle beziehen. Vor einem Wechsel möchte sie verstehen, worauf sie sich im Gegenzug für eine tiefere Prämie wirklich einlässt.
Die drei Alternativen beruhen alle auf demselben Prinzip: Sie verpflichten sich, vor jeder Konsultation eine festgelegte erste Anlaufstelle zu kontaktieren, ausser im Notfall. Das Hausarztmodell schreibt einen festen Allgemeinmediziner vor, das HMO-Modell eine Gruppenpraxis und das Telmed-Modell einen Anruf oder eine Online-Beratung. Als Gegenleistung für diese Wegdisziplin senkt der Versicherer die Prämie, häufig in der Grössenordnung von 10 bis 25 % je nach Modell und Region.
Hausarzt und HMO: persönliche und koordinierte Erstversorgung
Mit dem Hausarztmodell würde Frau Roux einen Allgemeinmediziner wählen, den sie stets zuerst aufsucht. Dieser Arzt überweist sie bei Bedarf an einen Spezialisten. Der Vorteil ist die Kontinuität: ein Arzt, der ihre Akte kennt, Behandlungen koordiniert und doppelte Untersuchungen vermeidet. Der Nachteil ist die Verbindlichkeit: Wer ohne Überweisung direkt einen Dermatologen oder Gynäkologen aufsucht, riskiert eine reduzierte Kostenübernahme, abgesehen von vertraglich vorgesehenen Ausnahmen wie Gynäkologie oder Augenheilkunde.
### Das HMO-Modell Das HMO-Modell funktioniert ähnlich, doch die Erstanlaufstelle ist ein Gesundheitszentrum mit mehreren Ärzten. Die Versicherte hat keinen einzelnen Arzt, sondern ein Team, was eine hohe Verfügbarkeit und eine starke interne Koordination sichert. Der Rabatt zählt hier oft zu den vorteilhaftesten, da das Netzwerk die Behandlungswege eng steuert. Im Gegenzug muss man in der Nähe eines anerkannten Zentrums wohnen und darauf verzichten, bei jedem Besuch frei einen Arzt zu wählen.
Telmed: der digitale Erstkontakt vor jeder Konsultation
Das Telmed-Modell überzeugt Frau Roux durch seine Flexibilität. Vor jedem physischen Besuch würde sie eine durchgehend erreichbare medizinische Plattform anrufen, auf der eine Fachperson die Lage beurteilt und einen Rat, ein einfaches Rezept oder eine Überweisung an den richtigen Spezialisten erteilt. Für eine junge, mobile Person ohne chronische Leiden passt dieser digitale Erstfilter gut zu ihren Gewohnheiten und erspart unnötige Wege bei harmlosen Beschwerden.
Die Auflage ist die Pflicht, vor jedem Schritt anzurufen: Wer spontan ohne vorherigen Kontakt einen Spezialisten aufsucht, gefährdet die Rückerstattung. Lebensbedrohliche Notfälle sind selbstverständlich von dieser Regel ausgenommen. Der Rabatt des Telmed-Modells ist meist attraktiv, teils gleich hoch oder höher als beim Hausarztmodell, da diese telefonische Vorabklärung nicht zwingende Konsultationen stark reduziert und den Behandlungsweg verschlankt.
Das alternative Modell mit einer passenden Franchise kombinieren
Die Modellwahl ist nur einer von zwei Hebeln. Der zweite ist die Franchise, gesetzlich für Erwachsene zwischen 300 und 2500 CHF festgelegt (für Kinder von 0 bis 600 CHF). Eine selten kranke Person wie Frau Roux kann ein alternatives Modell mit einer hohen Franchise kombinieren, um zwei Rabatte zu kumulieren. Umgekehrt behält ein Versicherter, der häufig zum Arzt geht, eher eine tiefe Franchise, um seine direkte Kostenbeteiligung zu begrenzen.
Zu beachten ist der Selbstbehalt von 10 %, der über die Franchise hinaus anfällt und für Erwachsene auf 700 CHF pro Jahr und für Kinder auf 350 CHF begrenzt ist. Das alternative Modell senkt die Monatsprämie, ändert aber nichts an diesen Beteiligungsmechanismen. Die Abwägung besteht also darin, Ihren voraussichtlichen Behandlungsbedarf zu schätzen und dann die Kombination aus Modell und Franchise zu wählen, die Ihre jährlichen Gesamtkosten aus Prämie und Eigenanteil minimiert.
Modell wechseln: Fristen, Kündigung und VVG-Zusatzversicherung
Um zu einem alternativen Modell zu wechseln, kündigen Sie Ihre aktuelle Grunddeckung innerhalb der gesetzlichen Fristen. Der Versichererwechsel per 1. Januar setzt eine Kündigungsfrist von einem Monat voraus; die Kündigung muss bis Ende November bei der Kasse eintreffen. Viele Versicherer erlauben zudem, Franchise und Modell beim selben Anbieter auf den Jahresbeginn anzupassen, oft ohne Kassenwechsel, was das Vorgehen für eine bereits zufriedene Person deutlich vereinfacht.
Verwechseln Sie nicht die Grundversicherung (KVG) und die Zusatzversicherung (VVG). Die KVG ist obligatorisch und inhaltlich überall identisch; die VVG ist freiwillig und vom Versicherer frei tarifiert. Ihr Grundmodell zu kündigen oder zu ändern berührt Ihre Zusatzversicherungen nicht, doch diese folgen ihren eigenen Bedingungen und vertraglichen Fristen. Prüfen Sie stets beide Verträge getrennt, bevor Sie ein Kündigungsschreiben versenden.
★ Gut zu wissen
Alle Modelle der Grundversicherung decken exakt denselben KVG-Leistungskatalog ab: Der medizinische Inhalt ist identisch. Unterschiedlich ist nur der Behandlungsweg, den Sie bei der Erstkonsultation einhalten. Als Gegenleistung für diesen geregelten Zugang gewährt der Versicherer einen Prämienrabatt. Ein alternatives Modell schmälert somit nie Ihre Leistungsansprüche, sondern legt nur die Eintrittstür ins System fest.
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Häufige Fragen
Mindert ein alternatives Modell die Behandlungsqualität?
Wie viel lässt sich mit Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell sparen?
Wann und wie wechselt man das Grundversicherungsmodell?
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