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Brustrekonstruktion nach Krebs: Was das KVG übernimmt und was zur VVG gehört
Nach Brustkrebs verbindet die Rekonstruktion eine vom Obligatorium gedeckte Leistung mit Komfortoptionen der Spitalzusatzversicherung. Wir erklären den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss und die Vorbehalte aufgrund von Vorerkrankungen.
Von Équipe JA Technology ·

Was das KVG bei der Rekonstruktion übernimmt
Die Rekonstruktion der Brust nach einer krebsbedingten Mastektomie gilt als Behandlung der Folgen einer Krankheit. Damit fällt sie unter die obligatorische Krankenpflegeversicherung (KVG), die den chirurgischen Eingriff, die Hospitalisation in der allgemeinen Abteilung sowie innere Prothesen und die medizinisch begründete Angleichung der Gegenseite übernimmt. Es gelten weiterhin Ihre jährliche Franchise und der Selbstbehalt von 10 %, begrenzt auf 700 CHF pro Jahr bei Erwachsenen.
Gedeckt sind die anerkannten Techniken: Rekonstruktion mit Implantat, mit körpereigenem Gewebe (Lappenplastik) oder als Kombination, sofern die medizinische Indikation gestellt ist. Externe Brustprothesen und angepasste Büstenhalter werden als Hilfsmittel vergütet, gemäss den Beträgen und Bedingungen der eidgenössischen Liste. In der allgemeinen Abteilung bleibt die freie Wahl von Arzt und Spital jedoch auf den Wohnkanton beschränkt, ausser bei Notfällen oder aus medizinischen Gründen.
Wo die VVG-Spitalzusatzversicherung greift
Die Spitalzusatzversicherung (geregelt durch das Versicherungsvertragsgesetz, VVG) schafft keinen zusätzlichen Anspruch auf die Rekonstruktion: Der Eingriff ist bereits durch die Grundversicherung gedeckt. Sie finanziert den Komfort und die Freiheit rund um die Behandlung. Eine halbprivate oder private Deckung ermöglicht das Zweibett- oder Einzelzimmer, die freie Wahl des spezialisierten Chirurgen auch ausserkantonal sowie oft einen erleichterten Zugang zu Privatkliniken.
### Komfort versus medizinische Notwendigkeit Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Behandlung und Komfort. Die medizinisch indizierte Operationstechnik ist unabhängig von Ihrem VVG-Status durch das KVG gedeckt. Die Zusatzversicherung betrifft das Umfeld der Hospitalisation und den Zugang zu einem Arzt Ihrer Wahl. Verlangen Sie vor dem Eingriff eine schriftliche Kostengutsprache Ihres Zusatzversicherers, um Überraschungen bei den sogenannten Komfortleistungen zu vermeiden.
Der Zeitpunkt des Abschlusses ist entscheidend
Wann Sie eine VVG-Zusatzversicherung abschliessen, ist ausschlaggebend. Anders als beim KVG, wo die Aufnahme obligatorisch und ohne Vorbehalt erfolgt, beurteilt der VVG-Versicherer Ihren Gesundheitszustand frei anhand eines medizinischen Fragebogens. Ein Abschluss der Spitalzusatzversicherung nach einer Brustkrebsdiagnose oder während der Nachsorge führt fast immer zu gezielten Vorbehalten, einer Prämienerhöhung oder gar zur Ablehnung des betreffenden Risikos.
### Vorausschauen statt reagieren Idealerweise schliessen Sie die Spitalzusatzversicherung ab, solange Sie gesund sind und keine Vorerkrankung besteht. War eine VVG bereits vor der Diagnose aktiv, fällt die Rekonstruktion normalerweise unter die vertraglichen Leistungen, vorbehältlich der allgemeinen Bedingungen. Prüfen Sie das Datum des Versicherungsbeginns, einen allfälligen bei Abschluss eingetragenen Vorbehalt und die vorgesehene Wartefrist. Diese Angaben finden Sie in der Police und den allgemeinen Versicherungsbedingungen.
Vorbehalte, Vorerkrankungen und Rechte des Versicherers
Ein Vorbehalt ist ein zeitlich begrenzter oder dauerhafter Ausschluss, der ein bei Abschluss bestehendes Leiden betrifft. Wenn Sie eine frühere Brustkrebserkrankung angeben, kann der Zusatzversicherer einen Vorbehalt für die Folgen dieser Erkrankung eintragen, einschliesslich einer späteren Rekonstruktion. Dieser Vorbehalt muss Ihnen schriftlich mitgeteilt werden und das betroffene Leiden sowie dessen Dauer genau benennen.
Die Gesundheitsdeklaration muss richtig und vollständig sein: Eine Anzeigepflichtverletzung, also das Verschweigen einer erheblichen Tatsache, kann den Versicherer berechtigen, den Vertrag zu kündigen und Leistungen zu verweigern, selbst Jahre später. Umgekehrt sind Sie nie verpflichtet, über die gestellten Fragen hinaus zu antworten. Bestehen Zweifel über die Tragweite eines Vorbehalts, verlangen Sie eine schriftliche Klärung und bewahren Sie den gesamten Schriftverkehr mit Ihrem Versicherer auf.
Kündigen oder wechseln: Vorsichtsmassnahmen
Die VVG-Spitalzusatzversicherung folgt nicht denselben Regeln wie die Grundversicherung. Kündigungsfristen, Verfalltermine und allfällige Vertragsdauern stehen in den allgemeinen Bedingungen und unterscheiden sich je nach Versicherer. Bevor Sie eine bestehende Spitalzusatzversicherung kündigen, insbesondere mit onkologischen Vorerkrankungen, unterzeichnen Sie die Kündigung niemals, solange die neue Deckung nicht schriftlich bestätigt ist, einschliesslich allfälliger Vorbehalte.
### Eine erworbene Deckung nicht verlieren Ein in gesundem Zustand abgeschlossener VVG-Vertrag ist ein wertvolles Gut: Ein Versichererwechsel bedeutet einen neuen medizinischen Fragebogen und eine erneute Risikoprüfung. Für eine Person nach Brustkrebs kann dies Vorbehalte bedeuten, wo der heutige Vertrag keine enthält. Vergleichen Sie zuerst die wirklich nützlichen Komfortleistungen und sichern Sie die Kontinuität Ihrer Deckung, bevor Sie eine Kündigung einleiten.
★ Gut zu wissen
Die Brustrekonstruktion nach einer Mastektomie wegen Krebs ist medizinisch notwendig und wird vom KVG übernommen. Die Spitalzusatzversicherung (VVG) ergänzt diese Deckung nicht, sondern finanziert den Komfort (Zimmer, freie Arztwahl). Ein Abschluss nach der Diagnose führt häufig zu Vorbehalten oder Ablehnung, da der VVG-Versicherer das Risiko frei beurteilt.
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Häufige Fragen
Wird die Brustrekonstruktion von der Grundversicherung übernommen?
Wozu dient dann die VVG-Spitalzusatzversicherung?
Kann ich nach einer Krebsdiagnose noch eine Zusatzversicherung abschliessen?
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