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Geburt im Geburtshaus oder zu Hause: Was die KVG zahlt und welche Rolle die VVG spielt
Sie planen eine Geburt ausserhalb des Spitals, begleitet von einer freiberuflichen Hebamme? Hier erfahren Sie, was die Grundversicherung wirklich übernimmt und warum eine Zusatzversicherung den Unterschied machen kann.
Von Équipe JA Technology ·

Das Vorhaben: anders gebären, begleitet von einer freiberuflichen Hebamme
Immer mehr Paare wünschen sich eine physiologische Geburt in einem intimen Rahmen: im Geburtshaus oder zu Hause, mit einer freiberuflichen Hebamme als zentraler Ansprechpartnerin. Diese Entscheidung entspricht dem Bedürfnis nach Kontinuität, Ruhe und Selbstbestimmung. Bevor Sie sich darauf einlassen, sollten Sie die Aufteilung zwischen der obligatorischen Grundversicherung (KVG) und einer allfälligen Zusatzversicherung (VVG) verstehen, denn beide decken unterschiedliche Bedürfnisse und Leistungen ab.
Konkret begleitet die freiberufliche Hebamme die Schwangerschaft, führt die Geburt ausserhalb des Spitals durch und betreut die ersten Wochen zu Hause. Das Geburtshaus, eine Zwischenform zwischen Hausgeburt und Klinik, bietet eine leichte medizinische Begleitung und einen organisierten Transfer ins Spital, falls nötig. Wer die Versicherungsdeckung gut plant, vermeidet unangenehme Überraschungen und kann sich in Ruhe auf die Ankunft des Kindes konzentrieren.
Was die KVG ausserhalb des Spitals übernimmt
Die Grundversicherung übernimmt die gesetzlich definierten Mutterschaftsleistungen: die Schwangerschaftskontrollen, die Geburt durch eine anerkannte Hebamme, sei es zu Hause, im Geburtshaus oder im Spital, sowie eine festgelegte Anzahl Nachsorgebesuche und Stillberatungen. Ein wichtiger Punkt: Für Mutterschaftsleistungen gelten weder Franchise noch Selbstbehalt, in der Regel ab der 13. Schwangerschaftswoche und bis acht Wochen nach der Geburt.
### Die Grenzen der Grunddeckung Die KVG vergütet nach festgelegten Tarifen und Pauschalen. Ein anerkanntes Geburtshaus wird als Vertragspartner übernommen, doch Komfortelemente, gewisse Zusatzleistungen oder eine intensivere häusliche Begleitung als die vorgesehene Pauschale sind nicht immer vollständig gedeckt. Das Neugeborene benötigt eine eigene Versicherung; dafür besteht eine Anmeldefrist von drei Monaten nach der Geburt, mit rückwirkender Deckung ab dem Geburtstag.
Wo eine VVG den Unterschied macht
Die Zusatzversicherung VVG ist nicht obligatorisch, erweitert aber den Rahmen des Geburtsprojekts. Je nach Vertrag kann sie ein Einzelzimmer oder ein komfortableres Umfeld im Geburtshaus finanzieren, ergänzende Leistungen wie Akupunktur, Osteopathie oder Haptonomie sowie eine Pauschale für die Hausgeburt, die den Grundtarif ergänzt. Für ein Paar, dem Rahmen und Komfort wichtig sind, verändert dies oft das gesamte Erlebnis.
Der zweite grosse Vorteil betrifft die erweiterte Nachbetreuung. Über die von der KVG gedeckten Besuche hinaus kann eine gute VVG die häusliche Begleitung durch die Hebamme verlängern, eine intensivere Stillunterstützung, Vorbereitungs- oder Rückbildungskurse finanzieren. Je nach gewählter Deckung bedeutet diese erweiterte Begleitung einen echten Komfort und kann Ihren Eigenanteil bei den Zusatzleistungen um mehrere Dutzend Prozent senken.
Die Zeitfalle: Die VVG muss vor der Schwangerschaft abgeschlossen werden
Das Problem ist bekannt: Zusatzversicherer verlangen einen Gesundheitsfragebogen und können eine Aufnahme ablehnen oder die Mutterschaft ausschliessen, wenn die Schwangerschaft bereits eingetreten ist. In der Praxis muss eine geburtsbezogene VVG daher vor der Empfängnis abgeschlossen werden, idealerweise mehrere Monate im Voraus, damit allfällige vertragliche Wartefristen abgelaufen sind. Wer zu spät abschliesst, riskiert, Komfortleistungen vollständig selbst zu tragen.
### Bestehende Verträge prüfen Lesen Sie vor einem Neuabschluss Ihre aktuellen Zusatzversicherungen durch: Manche enthalten bereits einen Mutterschaftsteil oder Leistungen der Komplementärmedizin, die für ein Geburtsprojekt ausserhalb des Spitals nützlich sind. Entspricht eine bestehende Deckung nicht mehr Ihren Bedürfnissen, beachten Sie, dass VVG-Verträge eigenen Kündigungsregeln folgen, oft jährlich, die Sie genau einhalten müssen. Vergleichen Sie die wirklich nützlichen Leistungen statt nur den Preis, denn die Leistungsunterschiede können entscheidend sein.
Die Zusatzversicherung zum richtigen Zeitpunkt kündigen oder anpassen
Anders als bei der Grundversicherung, deren Prämie mit einer Frist von einem Monat auf Jahresende und einem Stichtag Ende November gekündigt wird, richtet sich die VVG nach den allgemeinen Bedingungen jedes Versicherers. Vertragsdauer, Fälligkeitstermine und Kündigungsfristen unterscheiden sich von Vertrag zu Vertrag. Es ist daher unerlässlich, Ihre Bedingungen vor einem Wechsel zu prüfen, da Sie sonst ein weiteres Jahr gebunden bleiben.
Für ein Geburtsprojekt ausserhalb des Spitals empfiehlt es sich, die gesamte Deckung frühzeitig zu prüfen: nützliche Leistungen (Zimmer, häusliche Betreuung, Komplementärmedizin) behalten oder verstärken und doppelte Deckungen kündigen. Ein Makler oder Berater kann Ihnen helfen, zwischen einer Prämienersparnis, je nach Profil oft zwischen 10 und 25 Prozent, und dem gewünschten Komfortniveau für den Empfang Ihres Kindes abzuwägen.
★ Gut zu wissen
Die KVG übernimmt die Schwangerschaftsbetreuung, die Geburt durch eine anerkannte Hebamme sowie die Nachsorge, bei Mutterschaftsleistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche ohne Franchise und ohne Selbstbehalt. Eine VVG ist nicht obligatorisch, erweitert aber Komfort, Wahl des Geburtsorts und die Dauer der häuslichen Begleitung nach der Geburt.
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Häufige Fragen
Übernimmt die KVG eine Hausgeburt mit einer Hebamme?
Braucht es für eine Geburt im Geburtshaus eine VVG?
Wann sollte man eine VVG abschliessen, um Mutterschaftsleistungen zu erhalten?
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