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Zwei Zusatzversicherungen für dieselbe Person: sinnvoll oder Geldverschwendung?

Viele Versicherte stellen fest, dass sie zwei Zusatzversicherungen (VVG) mit sich überschneidenden Leistungen bezahlen. So erkennen Sie solche Doppelungen und entscheiden, welche Sie kündigen.

Von Équipe JA Technology ·

Schweizer-Franken-Banknoten auf einem Tisch
Illustration: Ihr Kündigungsrecht in der Schweiz, einfach erklärt.Photo : Tony Webster · CC BY 2.0

Wie eine Doppelung unbemerkt entsteht

Der Fall ist häufiger, als man denkt. Eine Person schliesst mit 25 Jahren eine ambulante Zusatzversicherung ab und vergisst sie. Zehn Jahre später, beim Wechsel der Krankenkasse für die Grundversicherung (KVG), schlägt ihr ein Berater ein neues «Paket» mit einer brandneuen ambulanten VVG vor. Die alte läuft weiter und wird jeden Monat vom selben Konto abgebucht. Niemand stellt den Zusammenhang her, und zwei Prämien fliessen für weitgehend identische Leistungen ab.

### Typische Auslöser Heirat, eine neue Patchworkfamilie oder ein Stellenwechsel erhöhen das Risiko. Ein Ehepartner kann einem Familienvertrag hinzugefügt werden, obwohl er bereits eine eigene Zusatzversicherung besitzt. Ebenso kann eine von den Eltern übernommene Deckung für einen jungen Erwachsenen parallel zu einem individuell abgeschlossenen Vertrag bestehen bleiben. Die Gemeinsamkeit: Die VVG ist im Gegensatz zum KVG nicht zentral erfasst, und keine Stelle meldet von sich aus eine Überschneidung.

Sich überschneidende Leistungen konkret erkennen

Der erste Schritt besteht darin, die allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) und den Versicherungsausweis jedes Vertrags zusammenzutragen. Listen Sie dann Zeile für Zeile auf, was jede VVG tatsächlich abdeckt: Komplementärmedizin, Brillen, Transport und Rettung, Fitnessbeiträge, Reiseimpfungen, Check-ups. Stellen Sie die beiden Spalten nebeneinander. Wo beide Verträge denselben Posten vergüten, liegt eine Doppelung vor: Die Leistung wird nur einmal ausgezahlt, unabhängig von der Anzahl der gezahlten Prämien.

### Vorsicht vor Scheindoppelungen Nicht jede Überschneidung ist Verschwendung. Zwei Verträge können dieselbe Leistung vorsehen, aber mit Jahreslimiten, die sich teilweise addieren, oder mit unterschiedlichen Leistungsnetzen. Prüfen Sie auch Wartefristen und Ausschlüsse wegen Alter oder Vorerkrankung. Eine echte Doppelung erkennen Sie an gleichwertigen Leistungen, redundanten Höchstgrenzen und ähnlichen Zugangsbedingungen: Hier bringt die zweite Prämie keinen Mehrwert.

Welche Zusatzversicherung kündigen: die Entscheidungskriterien

Ist die Doppelung bestätigt, kündigen Sie nicht aufs Geratewohl. Entscheidend ist nicht die niedrigste Prämie, sondern die künftige Zugänglichkeit. Die Zusatzversicherung unterliegt dem VVG: Der Versicherer kann eine neue Aufnahme ablehnen oder je nach Gesundheitszustand Vorbehalte anbringen. Behalten Sie deshalb den älteren Vertrag, der meist jung und gesund sowie ohne medizinischen Vorbehalt abgeschlossen wurde. Diese Vorgeschichte zugunsten eines neueren Vertrags zu kündigen, kann Ihnen später die Tür verschliessen.

### Mehr als nur der Preis vergleichen Wägen Sie den tatsächlichen Leistungsumfang, die Höchstgrenzen, das Netz anerkannter Kliniken und Therapeuten sowie die Servicequalität ab. Eine Prämiendifferenz von wenigen Prozent wiegt wenig gegenüber einem medizinischen Vorbehalt oder einer doppelt so hohen Limite. Verlangen Sie von jedem Versicherer schriftlich die Details Ihrer allfälligen Vorbehalte, bevor Sie entscheiden. Die schützendere Deckung zu behalten, auch wenn sie etwas teurer ist, bleibt langfristig oft die vernünftigste Wahl.

Eine VVG korrekt kündigen: Fristen und Vorgehen

Anders als beim KVG folgt die Kündigung einer Zusatzversicherung keinem einheitlichen gesetzlichen Kalender: Alles hängt von den allgemeinen Vertragsbedingungen ab. Viele VVG sehen eine jährliche Fälligkeit zum 31. Dezember mit dreimonatiger Kündigungsfrist vor, doch manche laufen über mehrere Jahre mit begrenzten Ausstiegsfenstern. Lesen Sie die Klausel zu Laufzeit und Kündigung aufmerksam, bevor Sie etwas absenden. Ein zu spät versandtes Schreiben verlängert den Vertrag um ein ganzes Jahr.

### Das Vorgehen Senden Sie Ihre Kündigung per Einschreiben unter Angabe der Policennummer und des gewünschten Ablaufdatums. Beenden Sie eine Deckung nie, bevor die andere bestätigt und aktiv ist, besonders wenn eine Leistungen enthält, die die andere nicht hat. Bewahren Sie die Empfangsbestätigung auf. Bei einer Prämienerhöhung kann ein ausserordentliches Kündigungsrecht mit oft verkürzter Frist entstehen: die ideale Gelegenheit, die Doppelung ohne Warten auf die ordentliche Fälligkeit zu beseitigen.

Doppelzahlungen vermeiden und eine schlüssige Deckung aufbauen

Das für die VVG geltende Schadenersatzprinzip ist eindeutig: Für dieselbe Behandlung können Sie nicht mehr erhalten als die tatsächlich entstandenen Kosten. Eine Rechnung zwei Versicherern vorzulegen verdoppelt die Rückerstattung nicht; im besten Fall teilen sie sich die Kosten, im schlimmsten lehnt einer ab. Zwei Prämien für dieses Ergebnis zu zahlen, ist reiner Verlust. Prüfen Sie nach Beseitigung der Doppelung, dass dabei keine nützliche Leistung verloren ging.

### Das Ganze neu denken Nutzen Sie die Gelegenheit, um Ihren tatsächlichen Bedarf zu kartieren: Zahnbehandlungen, Spitalaufenthalt in der Privatabteilung, Komplementärmedizin, Brillen. Eine einzige, gut abgestimmte Zusatzversicherung ist besser als zwei redundante Verträge. Diese Bereinigung kann Ihre Prämienlast erheblich senken und zugleich die Übersicht über Ihre Deckung verbessern. Überprüfen Sie Ihre Verträge alle zwei bis drei Jahre und bei jeder Lebensänderung, damit sich nicht still eine neue Doppelung einnistet.

Gut zu wissen

In der Schweizer Zusatzversicherung wird dieselbe Leistung nie zweimal vergütet: Es gilt das Bereicherungsverbot. Zwei VVG für dieselbe ambulante Behandlung zu kumulieren bedeutet also, zwei Prämien für eine einzige tatsächliche Rückerstattung zu zahlen. Vergleichen Sie die allgemeinen Bedingungen vor der Kündigung, denn manche Leistungen ergänzen sich, statt sich zu überschneiden.

Häufige Fragen

Kann ich dieselbe Konsultation von beiden Zusatzversicherungen erstatten lassen?
Nein. Die VVG folgt dem Schadenersatzprinzip: Eine Leistung wird nur in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten vergütet. Decken zwei Verträge dieselbe Behandlung, können sie den Betrag nicht zweimal auszahlen. Im besten Fall koordinieren sie sich und teilen die Kosten. Zwei Prämien für eine einzige tatsächliche Leistung zu zahlen, bringt daher keinen finanziellen Vorteil.
Soll man immer die günstigere Zusatzversicherung behalten?
Nicht zwingend. Das wichtigste Kriterium ist das Fehlen eines medizinischen Vorbehalts und die Vorgeschichte des Vertrags. Eine jung und ohne gesundheitsbedingten Ausschluss abgeschlossene VVG ist mehr wert als eine Ersparnis von wenigen Prozent bei der Prämie. Vergleichen Sie auch Höchstgrenzen, Leistungsnetz und Deckungsumfang, bevor Sie allein nach dem Preis entscheiden.
Wie kündige ich eine doppelte Zusatzversicherung?
Prüfen Sie zuerst die Klausel zu Laufzeit und Frist in Ihren allgemeinen Bedingungen, da die VVG keine einheitliche gesetzliche Fälligkeit hat. Senden Sie dann ein Einschreiben mit Policennummer und gewünschtem Datum. Beenden Sie eine Deckung nie, bevor die andere aktiv ist. Eine Prämienerhöhung kann ein ausserordentliches Kündigungsrecht mit verkürzter Frist eröffnen.

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