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Franchise der Grundversicherung unterjährig erhöhen: Warum das selten geht

Sie möchten Ihre Franchise erhöhen, um Ihre Prämie zu senken, doch Ihre Krankenkasse setzt die Änderung nicht sofort um? Hier erfahren Sie, welches Zeitfenster gesetzlich erlaubt ist und wie Sie prüfen, ob eine hohe Franchise wirklich rentabel ist.

Von Équipe JA Technology ·

Schweizer-Franken-Banknoten auf einem Tisch
Illustration: Ihr Kündigungsrecht in der Schweiz, einfach erklärt.Photo : Tony Webster · CC BY 2.0

Der Praxisfall: ein zu spät gestellter Antrag

Stellen wir uns eine versicherte Person vor, die selten zum Arzt geht und von einer tiefen auf eine höhere Franchise wechseln möchte, um ihre Prämie zu senken. Im März wendet sie sich an ihre Krankenkasse, überzeugt, ein einfaches Schreiben genüge. Die Antwort überrascht: Die Änderung gilt erst ab dem nächsten 1. Januar. Die Prämie bleibt somit über viele Monate unverändert, obwohl ein Sparen schon im Frühling erhofft war.

Diese Situation kommt häufig vor, weil viele Versicherte nicht wissen, dass die Franchise der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für das ganze Kalenderjahr festgelegt ist. Anders als ein gewöhnliches Abonnement lässt sie sich nicht frei nach Bedarf anpassen. Wer diesen Zeitplan kennt, vermeidet Enttäuschungen und kann den Wechsel zum richtigen Zeitpunkt planen, nämlich im vorangehenden Herbst.

Das einzige gesetzlich erlaubte Zeitfenster für die Franchise

Das Gesetz sieht vor, dass die Franchise nur zu Beginn des Kalenderjahres geändert werden kann, also auf den 1. Januar. Damit eine neue Franchise auf dieses Datum gilt, muss der Antrag in der Regel bis Ende November bei der Krankenkasse eintreffen. Nach dieser Frist bleibt das gewählte Modell für das ganze folgende Jahr verbindlich, ohne Möglichkeit einer zwischenzeitlichen Anpassung.

### Warum Ende November entscheidend ist Die Frist Ende November richtet sich nach dem Zeitplan für Kündigung und Änderung der Modelle in der Grundversicherung. In dieser Phase bearbeiten die Krankenkassen die Wechsel für das kommende Versicherungsjahr. Ein Antrag, der Anfang Dezember eintrifft, kommt zu spät und wird erst im übernächsten Jahr berücksichtigt. Notieren Sie sich dieses Datum und versenden Sie nachweisbar per Einschreiben, um im Streitfall einen Beleg zu haben.

Franchise erhöhen: die gesetzlich zulässigen Stufen

Die Grundversicherung bietet für Erwachsene mehrere Franchisestufen an: 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 Franken. Für Kinder reichen die Stufen von 0 bis 600 Franken. Je höher die Franchise, desto tiefer die monatliche Prämie, denn Sie übernehmen einen grösseren Teil Ihrer Kosten selbst, bevor die Krankenkasse einspringt.

Über die Franchise hinaus zahlen Sie einen Selbstbehalt von 10 Prozent der Kosten, begrenzt auf 700 Franken pro Jahr für Erwachsene und 350 Franken für Kinder. Eine hohe Franchise kann die Prämie spürbar senken, doch diese Reduktion lohnt sich nur, wenn Sie im Jahr wenig Gesundheitskosten verursachen. Genau darum geht es bei der Rentabilitätsberechnung.

So berechnen Sie, ob die hohe Franchise rentabel ist

Die Überlegung beruht auf dem Vergleich zwischen der jährlichen Prämienersparnis und den maximalen Mehrkosten im Behandlungsfall. Addieren Sie zunächst die über zwölf Monate gesparten Prämien, wenn Sie eine höhere Franchise wählen. Vergleichen Sie diesen Gewinn anschliessend mit der zusätzlichen Franchise, die Sie im Krankheitsfall tragen müssten, zuzüglich des allfälligen Selbstbehalts.

### Der Kipppunkt Eine hohe Franchise lohnt sich, solange Ihre medizinischen Kosten tief bleiben: Wenn Sie kaum Leistungen beanspruchen, ist die Prämienersparnis vollständig gesichert. Sobald Ihre Ausgaben jedoch eine bestimmte Schwelle überschreiten, wird die tiefe Franchise wieder vorteilhafter, weil die Krankenkasse früher zahlt. Beurteilen Sie ehrlich Ihren Gesundheitszustand, laufende Behandlungen und Vorgeschichte, bevor Sie entscheiden.

Den richtigen Zeitpunkt vorausplanen und den Wechsel vorbereiten

Da das Änderungsfenster eng ist, überprüfen Sie Ihre Franchise idealerweise jeden Herbst, sobald die neuen Prämien bekannt gegeben werden. Das ist der Moment, um die Stufen zu vergleichen, Ihren Behandlungsbedarf für das kommende Jahr abzuschätzen und zu entscheiden, ob eine höhere Franchise sinnvoll ist. Diese jährliche Überprüfung verhindert, dass Sie aus blosser Trägheit eine zu hohe Prämie zahlen.

Wenn Sie Ihre Franchise erhöhen möchten, stellen Sie Ihren Antrag schriftlich und stellen Sie sicher, dass er die Krankenkasse vor der Frist Ende November erreicht. Bewahren Sie eine Kopie und einen Sendenachweis auf. Bei Unsicherheit über die vorteilhafteste Stufe bleibt eine persönliche Berechnung auf Basis Ihrer realen Ausgaben der beste Kompass für eine gelassene Entscheidung.

Gut zu wissen

Die Franchise der Grundversicherung lässt sich nur auf den 1. Januar ändern. Damit eine Änderung auf dieses Datum wirkt, muss Ihr Antrag in der Regel bis Ende November bei Ihrer Krankenkasse eintreffen. Unterjährig bleibt der Betrag fix, selbst bei steigender Prämie oder ausbleibenden Behandlungen. Planen Sie deshalb jeden Herbst voraus.

Häufige Fragen

Kann ich meine KVG-Franchise mitten im Jahr erhöhen?
Nein. Die Franchise der Grundversicherung kann nur auf den 1. Januar geändert werden. Unterjährig bleibt der gewählte Betrag fix, selbst wenn sich Ihr Bedarf ändert oder Sie feststellen, dass Sie kaum zum Arzt gehen. Um Ihre Franchise zu erhöhen, müssen Sie die nächste jährliche Frist abwarten und Ihren Antrag bis Ende November einreichen, damit er im Folgejahr gilt.
Bis wann muss ich die Franchise wechseln?
Damit eine neue Franchise auf den 1. Januar gilt, muss Ihr Antrag in der Regel bis Ende November bei Ihrer Krankenkasse eintreffen. Diese Frist deckt sich mit dem Zeitplan für die Änderung der Modelle in der Grundversicherung. Ein im Dezember eintreffender Antrag wird meist zu spät bearbeitet und gilt erst im Folgejahr. Versenden Sie ihn am besten per Einschreiben.
Ist eine hohe Franchise immer vorteilhafter?
Nicht zwingend. Eine hohe Franchise senkt die Prämie spürbar, doch dieser Gewinn ist nur interessant, wenn Ihre Gesundheitskosten tief bleiben. Sobald Ihre medizinischen Kosten steigen, zahlen Sie mehr aus eigener Tasche, bevor die Krankenkasse einspringt. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Gesundheitszustand und geplanten Behandlungen ab; eine persönliche Berechnung wird empfohlen.

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