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Freischaffende Künstler mit unregelmässigem Einkommen: So senken Sie Ihre Prämie ohne Unterversicherung
Verteilte Gagen, einkommensschwache Monate, intensive Spielzeiten: Wenn Ihr Einkommen schwankt, muss Ihre Krankenversicherung mithalten. So passen Sie Franchise, Grundmodell und VVG-Leistungen an und kündigen Überflüssiges zum richtigen Termin.
Von Équipe JA Technology ·

Warum unregelmässiges Einkommen die gesamte Versicherungslogik verändert
Ein freischaffender Künstler verdient nicht jeden Monat dasselbe: Auf eine gut gefüllte Tournee kann ein Quartal ohne Gage folgen. Diese Unregelmässigkeit verbietet die klassische Überlegung «Ich zahle eine feste Prämie und richte mich danach». Die KVG-Prämie fällt jeden Monat an, ob mit Auftrittsvertrag oder ohne. Ziel ist es daher, die strukturelle Monatsbelastung zu senken und gleichzeitig einen ausreichenden Schutz für gesundheitliche Unwägbarkeiten zu behalten.
Es gibt zwei Hauptstellschrauben: die Franchise und das Grundmodell. Eine hohe Franchise senkt die Monatsprämie und entlastet die einkommensschwachen Monate, setzt Sie aber im Krankheitsfall höheren Eigenkosten aus. Eine tiefe Franchise beruhigt, kostet jedoch jeden Monat mehr. Die richtige Antwort hängt von Ihrer Gesundheit, Ihrer Liquidität und Ihrer Fähigkeit ab, eine unerwartete Ausgabe aufzufangen, ohne Ihr Jahresbudget aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Die Franchise wählen, wenn die Liquidität schwankt
Das Bundesgesetz legt sechs Franchisestufen für Erwachsene fest: 300, 500, 1000, 1500, 2000 und 2500 CHF. Je höher die Franchise, desto tiefer die Monatsprämie, manchmal deutlich. Für einen selten kranken Künstler mit einem Notgroschen kann die maximale Franchise von 2500 CHF die Monatsbelastung spürbar senken und so den Aufwand über die einkommenslosen Monate glätten.
### Der Test der verfügbaren Reserve Eine hohe Franchise ist nur sinnvoll, wenn Sie den Betrag im Krankheitsfall tatsächlich vorstrecken können. Fragen Sie sich: «Könnte ich morgen 2500 CHF an Kosten bezahlen, ohne auf eine Behandlung zu verzichten?» Lautet die Antwort nein, schützt eine mittlere Franchise (1000 oder 1500 CHF) besser. Nach der Franchise zahlen Sie zusätzlich einen Selbstbehalt von 10 Prozent, begrenzt auf 700 CHF pro Jahr für Erwachsene: Diese Obergrenze deckelt Ihr maximales Jahresrisiko.
Alternative Grundmodelle: eine oft unterschätzte Ersparnis
Neben dem freien Modell (freie Arztwahl) bieten die Kassen alternative Modelle an, die im Gegenzug für einen gelenkten Behandlungspfad die Prämie senken. Das Hausarztmodell, das HMO-Modell (Gesundheitszentrum), Telmed (Anruf bei einer Beratungsstelle vor jeder Konsultation) oder Apothekenmodelle bieten in der Regel eine Prämienreduktion, teils erheblich, ohne den Umfang der gesetzlich vergüteten Leistungen anzutasten.
Für einen Künstler vereinen diese Modelle zwei Vorteile: Sie senken die feste Prämie und passen zu einem mobilen Lebensstil, da Telmed und Telekonsultation überall funktionieren, auch auf Tournee. Prüfen Sie nur, ob das Modell mit Ihren Reisen und mit der Erreichbarkeit eines Referenzarztes in Ihrer Region vereinbar bleibt. Ein alternatives Modell mit einer an Ihre Gesundheit angepassten Franchise zu kombinieren, ist oft die Gewinnerkombination für schwankende Budgets.
VVG-Leistungen: Nützliches von Überflüssigem unterscheiden
Die Zusatzversicherung (VVG) ist freiwillig und wird von den Versicherern frei gestaltet: Sie deckt etwa Alternativmedizin, Zahnbehandlungen, ein halbprivates oder privates Zimmer, Brillen oder Sport und Prävention. Für einen Künstler können einzelne Leistungen wirklich nützlich sein: Transport und Rückführung aus dem Ausland während Tourneen oder ein Krankentaggeld bei Arbeitsunfähigkeit, da ein längerer Ausfall sämtliche Einkünfte unterbrechen kann.
### Ehrlich aussortieren Die Falle besteht darin, vor Jahren abgeschlossene und nie genutzte Optionen anzuhäufen. Listen Sie jede Leistung, ihre Jahresprämie und ihre tatsächliche Nutzung der letzten drei Jahre auf. Hat eine teure Deckung «Privatzimmer» Sinn, wenn Sie sie nie aktiviert haben? Behalten Sie, was Ihrer realen Exponiertheit entspricht (Reisen, Einkommensausfall), und erwägen Sie, den Rest zu kündigen – im Bewusstsein, dass eine gekündigte VVG später mit einem neuen Gesundheitsfragebogen schwer wieder aufzunehmen sein kann.
Zum richtigen Zeitpunkt kündigen: Termine und Verfahren
Für die KVG-Grundversicherung gilt eine Kündigungsfrist von einem Monat, und der Termin liegt Ende November, mit Wirkung auf den 1. Januar des Folgejahres, sofern Ihre Prämien bezahlt sind. Ein Wechsel von Kasse, Franchise oder Modell für das kommende Jahr muss also vor dem 30. November entschieden werden. Die Kündigung erfolgt schriftlich; bewahren Sie einen Versandnachweis auf.
Für die Zusatzversicherung VVG hängen die Regeln vom Vertrag ab: Laufzeit, Kündigungsfrist und Ablaufdatum stehen in Ihren allgemeinen Bedingungen und können von denen der KVG abweichen. Lesen Sie diese vor jedem Schritt aufmerksam. Kündigen Sie eine nützliche VVG nie, ohne die Annahme einer neuen Deckung bestätigt zu haben, denn der Versicherer kann je nach Gesundheitszustand ablehnen oder Vorbehalte anbringen. Planen Sie mehrere Wochen Vorlauf ein, um Deckungslücken zu vermeiden.
★ Gut zu wissen
Die Grundversicherung (KVG) ist obligatorisch und überall gleich: Nur Kasse, Franchise und Modell beeinflussen die Prämie. Die Zusatzversicherung (VVG) ist freiwillig und je nach Vertrag kündbar. Bei schwankendem Einkommen geht es darum, zwischen hoher Franchise (tiefere Prämie) und dem Risiko höherer Eigenkosten im Krankheitsfall abzuwägen. Entscheiden Sie vor dem 30. November.
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Häufige Fragen
Lohnt sich eine hohe Franchise immer für einen Künstler mit unregelmässigem Einkommen?
Kann ich überflüssige VVG-Optionen gleichzeitig mit der Änderung meiner KVG-Franchise kündigen?
Welche VVG-Leistungen sind auf Tournee wirklich nützlich?
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